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Bericht der Wolnzacher Kundgebung im Donaukurier

http://www.donaukurier.de/lokales/pfaffenhofen/Wolnzach-Flammende-Plaedoyers-gegen-Rauchverbot;art600,2294720

Flammende Plädoyers gegen Rauchverbot

Wolnzach (pat) Als neue politische Kraft mit steigender Anziehungskraft versuchte sich die Bayernpartei bei ihrer Großkundgebung im Wolnzacher Bräustüberl zu profilieren.

Bild: Als Hauptredner holte bei der Großkundgebung der Bayernpartei im Bräustüberlsaal vor überschaubarem Publikum Generalsekretär Hubert Dorn zum politischen Rundumschlag aus. – Foto: Ermert Der Ortsverband Wolnzach-Rohrbach und der Kreisverband Pfaffenhofen scharten rund 30 Sympathisanten um sich, um neben ihrem klaren Nein zum Volksentscheid zum Nichtraucherschutz auch den einen oder anderen parteipolitischen Grundsatz ehern und volksnah zu formulieren. Die Wolnzacher Tanzlmusi übernahm die musikalische Gestaltung der knapp zweistündigen Veranstaltung, der stellvertretende Kreisvorsitzende Dagobert Nicklas die Überleitung zwischen den Redebeiträgen der Amts- und Funktionsträger innerhalb der Bayernpartei.
Nach einer kurzen Präsentation der Hallertau als urbayerische Kulturlandschaft übernahm der Kreisvorsitzende Hans Passberger in seiner Funktion als Arzt die medizinische Heranführung an das Thema Nichtraucherschutz. “Als Arzt verurteile ich das Rauchen und würde es jedem Menschen immer absprechen”, eröffnete er sein Plädoyer eher unerwartet. Danach stellte er sich aber schnell hinter die Linie seiner Partei, prangerte fragwürdige Methoden der Pharmaindustrie an, ging auf die Schweinegrippe ein und sprach sich schließlich “rein als Mensch” für ein Nein beim Volksentscheid aus. “Die geltende Regelung ist gut für die Wirte und gut für die Gäste — wir wollen sie daher bewahren wie sie eben ist”, so Passberger.

Mitten hinein in die selbe Kerbe schlug der unterfränkische Bezirksvorsitzende Uwe Hartmann, der das totale Rauchverbot als Angriff auf die Liberalitas Bavariae wertete und das totale Rauchverbot auf eine Ebene mit “dem Streichen des Schweinebratens von der Speisekarte einer bayerischen Wirtschaft” stellte. Jeder Mensch, der lesen könne, wisse, worauf er sich beim Betreten einer Wirtschaft einlasse. “Entweder es wird darin geraucht, oder nicht — und ob einer dann freiwillig reingeht, muss er selbst wissen”, so Hartmann.

Die Hauptrede übernahm der Generalsekretär der Bayernpartei, Hubert Dorn. Der beließ es keinesfalls bei Ausführungen zum geplanten Rauchverbot, sondern holte zu einem politischen Rundumschlag aus, indem er die Themenfelder der Partei kurz umriss und erläuterte. Von der Abschaffung des Solidaritätszuschlags bis zur Überprüfung der deutschen EU-Zahlungen, vom Länderfinanzausgleich bis zur Verwendung der bayerischen Steuergelder reichte die Palette, ehe sich auch Dorn als strikter Gegner der neuen Rauchverbotsregelung outete und die Kundgebung mit markigen Worten beendete. “Geht unser Mitgliederzuwachs so weiter, füllen wir bei den nächsten Wahlen nicht nur hier im Landkreis die Bierzelte, während sich etwa die FDP-Anhänger in einer Telefonzelle treffen können.”

Von Patrick Ermert

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