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Die Angst geht um

Dieser Leserbrief wurde von mir am 25.05.2010 an die Nürnberger Nachrichten, Fränkischen Tag, main Post und Kitzinger Zeitung geschickt

Die Angst geht um,

und Angst ist bekanntlich ein schlechter Ratgeber. Das die Bevölkerung, also mithin der „gemeine“ Wähler Angst haben muss, dass ein Großteil der politisch in der Verantwortung stehenden die Unwahrheit spricht, das kennt man seit Menschengedenken, dass Krisen wie in jüngster Vergangenheit diese Angst noch schüren, ist ebenfalls hinlänglich bekannt. Was allerdings in den letzten Wochen von Seiten der Bundesregierung noch getan wird um diese „lodernde Flamme „ der Angst letztendlich zu einen Inferno für uns zu machen, ist schon erstaunlich. Da schnürt man ein Rettungspaket für das angeschlagene Griechenland um unter anderen auch weiterhin zu ermöglichen, dass dort geltende Rentensystem zu stützen, während wir hier in Deutschland also weiterhin 45 Beitragsjahre benötigen soll zwar die dort geltende Regelung von bislang 37 Beitragsjahren auf 39 angehoben werden, und diese Begünstigung mit Hilfe unseres Geldes. Denn ganz egal wie es die Bundesregierung dreht und wendet, diese 30 Mrd sowie auch die 123 Mrd. aus dem EU Rettungsfond sind letztendlich Steuergelder, also Geld von uns, aber irgendwie versucht man uns ja zu vermitteln, dass für uns keine zusätzlichen Kosten entstehen. Nanu, so fragt man sich, habe ich da in der Schule etwas verpasst, ich kann plötzlich mehr Geld ausgeben und das kostet mich nichts, wunderbar, da möchte man doch mitmachen, oder? Nun, solche, ich nenne es einmal „Volks verdummenden“ Aussagen haben ja meist nur eine kurze Verweildauer, denn wenn man in der heutigen Presse auch zwischen den Zeilen liest, dann wird es doch offensichtlich, die Kommunen wissen nicht mehr wo sie das Geld für notwendige Strassenreparaturen her nehmen sollen, jetzt sollen auch noch Zuschüsse für Sozialleistungen des Bundes gekürzt werden, aber uns wollen die „Berliner“ glaubhaft machen, diese EU Rettungspakete kosten den Bürger nichts. Warum, wenn wir so in Geld schwimmen, wird dann wahrscheinlich das BAFÖG nicht erhöht, warum müssen die Rentner sich wieder einmal einer Nullrunde entgegensehen, warum soll die zulässige Quadratmeterzahl von Hartz IV Empfängern gekürzt werden, warum muss im Jugend- und Kindersozialbereich plötzlich gespart werden, warum wurde, wohlweislich erst nach der Wahl in NRW, die im Koalitionsvertrag verankerten Steuersenkungen ad acta gelegt, warum wird plötzlich wieder eine PKW Maut ins Spiel gebracht, warum wird auch hinter vorgehaltener Hand schon wieder über eine Mehrwertsteuererhöhung gesprochen, warum wird bei der Förderung und Nutzung von regenerartiven Energien gespart wenn uns diese Rettungspakete angeblich nichts kosten?
Und wir machen dies alles um den Euro zu retten, die Frage ist doch nur, wie viele von uns haben denn diesen Euro überhaupt gewollt, unsere DM hatte sich in fünfzig Jahren zu einer der stabilsten Währungen der Welt gemacht, die Marken „Made in Germany“ waren ein Inbegriff von Wertarbeit, das bisschen Umrechnen in den Urlaubsländern ging spätestens am dritten Tag fast von alleine, aber nein, der Euro musste her, und um diese künstliche Währung zu erhalten müssen wir nun alle bezahlen, was aber ja nicht wahr sein soll. Die Angst, welche bei mir umgeht ist die, dass die Mitbürger vor lauter Angst um ihre Existenz in die Fänge der Rechts- und Linksextremen Lager laufen, und dann müssen wir wirklich große Angst um unsere Existenzen unseren Besitz und auch um unser Leben haben. Aber außer dieser Angst soll uns ja das alles sowieso nichts kosten.

Uwe G. Hartmann
Stv. Landesvorsitzender
Bayernpartei
Obere neue Gasse 8
97318 Kitzingen
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