Bedrohte Haustierrassen werden gekeult
Stellen Sie sich vor, bei einem Ihrer Nachbarn der mit seiner Familie, (Frau, 4 Kinder, Großeltern) in einen Haus wohnt wird der Grippevirus festgestellt. Um eine mögliche Verbreitung zu verhindern, wird der Virenträger, samt seiner Familie vorsichtshalber umgebracht.
Die nähere Umgebung, in einem drei Kilometer Radius bekommt Hausverbot und wird untersucht, und darüber hinaus müssen alle Erkrankungen und Todesfälle in einem Radius von 10km ob nun durch den Grippevirus verursacht oder nicht dem Gesundheitsamt gemeldet werden.
Ein Horrorszenario? Ein Science Fiction Film? Nein, es ist genau das was momentan hier bei uns abläuft, zwar nicht im humanen Bereich, aber im veterinär-medizinischen.
Bekannt durch die Presse ist er mittlerweile in aller Munde, der Vogelgrippevirus H5N8, angeblich verursacht durch Wildvögel, welche auf Ihrer Route Richtung Süden über uns hinwegziehen. Doch die Frage muss man sich stellen, ist es tatsächlich so, und vor allem ist der Virus so hoch infektiös, dass ganze Populationen an Haus und Nutzgeflügel umgebracht werden müssen, nur weil ein Tier aus dem Bestand an dem Virus erkrankt ist?
Und da ist es wieder das oben beschriebene Horrorszenario, mehr als 20000 Grippetote Menschen haben wir in Deutschland Jahr für Jahr, meistens Mitbürger mit einen geschwächten Immunsystem, würde man bei uns die Maßnahmen anwenden wie beim Geflügel, würde die Einwohnerzahl einer Großstadt wie Hamburg eliminiert werden müssen.
Nicht anders ist es beim Geflügel, schwache Tiere verenden an dem Infekt, die starken aber bilden Antikörper.
Nun, eine zeitlich beschränkte Einstallpflicht um eine eventuelle Pandemie zu überwachen wäre vielleicht noch sinnvoll, die Keulung ganzer Bestände hingegen ist in den Augen des Verfassers eine übertriebene weil maßlose Maßnahme.
Die betroffenen Wirtschaftsgeflügelbetriebe bekommen einen staatlichen Ausgleich und Hilfe beim Wiederaufbau, aber was wenn es einen Rassegeflügelzüchter trifft, davon gibt es in Bayern ca. 80000 welche diesen Hobby nachgehen, oftmals erhalten sie die auf der roten Liste der bedrohten Haustiere stehenden alten deutschen Hausgeflügelrassen, welche für Nutzgeflügelbetriebe auf Grund der fehlenden Legeleistung nicht rentable sind.
Diese Züchter, die mit viel Herzblut ihren Hobby nachgehen, teilweise über Jahrzehnte sich der Züchtung und Erhaltung dieser Rassegeflügelarten verschrieben haben fürchten um das Fortbestehen Ihres Steckenpferdes, wenn ein ganzer Zuchtbestand unter die Keulung fällt, wenn auf Grund der Einstallpflicht kein Platz für die Nachzucht der Jungtiere besteht, dann werden diese Rassen aussterben.
Wenn in den Massenmedien davon berichtet wird, dass der sibirische Tiger, oder der Waldelefant vom Aussterben bedroht ist, werden Spenden zur Erhaltung dieser Arten gesammelt, wenn es bei uns bei Augsburger Hühnern, Bergische Lotterkämme oder Deutsche Langschan um nur einige Hühnerrassen zu nennen oder auch bei Pommernenten, Bayerischen Landgänsen oder Bronzeputen um das Überleben dieser Haustierrassen geht interessiert das offensichtlich bis auf die Züchter niemanden.
Sicherlich ist es gut die Verbreitung des Virus weiterhin zu beobachten, aber Panikmache und vor allen die Keulung ganzer Bestände ist unangebracht, oder würden Sie das Haus ihres Nachbarn mit all seinen Bewohnern niederbrennen nur weil da jemand den Grippevirus hat?
Der Verfasser Uwe Hartmann ist nicht nur Landesgeschäftsführer und Bezirksvorsitzender der Bayernpartei in Unterfranken , er ist zudem noch im Stadtrat und Kreisrat von Kitzingen tätig und ist Vorsitzender und Artenschutzbeauftragter des Kleintierzuchtvereins Kitzingen, außerdem engagiert er sich noch beim Verein zur Erhaltung von Zier- und Wildgeflügel Franken und beim BUND Naturschutz.

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